Homematic IP Regensensor in Betrieb nehmen

Wenn man eine HMIP Wettersensor pro oder plus (Wetterstation) besitzt, dann erhält man automatisch einen Regensensor, der sowohl die Regenmenge misst, als auch den Regenbeginn feststellen soll. Das Prinzip des Sensors ist recht einfach: Die Regentropfen laufen in einen Behälter, in dem die Menge gemessen wird. Dies funktioniert für die Regenmengenerkennung super, hat aber folgende Nachteile:

  • Erst wenn es signifikant viel regnet, schlägt der Sensor an und meldet Regen (Wassermenge muss messbar sein). D.h. bei leichtem Nieselregen  oder kurzen kleinen Schauern dauert es zu lange, bis der Sensor Regen meldet. Dies ist dann ein Nachteil, wenn man aufgrund von Regen z.B. Markisen oder Tore automatisch schließen möchte.
  • Wenn der Behälter im Winter mit Schnee gefüllt ist, misst er folglich überhaupt keinen korrekten Niederschlag mehr.

Abhilfe schafft hier nur ein Regensensor, der bereits auf kleinste Feuchtigkeit reagiert und darüber hinaus eine Heizung besitzt, die die nasse Fläche schnell abtrocknen oder im Winter Eis und Schnee schmelzen lässt.

Im folgende beschreibe ich den von ELV angebotenen HMIP Regensensor. Aufgrund des Preises habe ich mich für den Bausatz entschieden, der 50 Euro weniger kostet und trotzdem ohne Lötarbeiten zusammengsetzt werden kann. Die Bausatz findet man unter https://de.elv.com/elv-homematic-ip-komplettbausatz-regensensor-hmip-srd-154910?fs=2211242435.

Paketinhalt

Der Bausatz beinhaltet folgende Bestandteile:

  • Ausführliche Anleitung mit allen technischen Details
  • Kleines Installationsanleitung mit Codeaufkleber und Sicherheitshinweisen sowie EU Konfomitätserklärung
  • Oberschale mit Platine
  • Hauptplatine
  • Elektronikcover
  • Unterschale
  • 2 Schrauben für Platinenmontage
  • 4 Schrauben zur Verbindung von Ober- und Unterschale
  • Kabeldurchführung M16 inkl. Mutter
  • Druckausgleichsmembran
  • Montageplatte flach
  • Montage-Adapter 45 Grad (für Masten)
  • 2 Kabelbinder
  • Dichtungsband
  • Lichtleiter, Lichtleiterdichtung und Dichtungsanpressstück
  • TORX-Schlüssel T6
  • 2 Schrauben und 2 Dübel für Wandbefestigung

Wichtig ist, dass der Sensor (auch das Fertiggerät) aufgrund der Heizung eine permanente Stromversorgung benötigt. Diese ist NICHT Bestandteil des Paketes und muss separat bestellt und installiert werden. Als Option besteht die Möglichkeit, den Sensor über

  • 10-19 Volt Gleichspannung
  • 12 Volt Wechselspannung

zu versorgen. Der Stromverbrauch beträgt lt. Hersteller max. 300 mA bei Gleichstrom und 370 mA bei Wechselstrom.

Zusammenbau

Der Zusammenbau besteht nur aus einem mechanischen Zusammenstecken. Es sind keine Lötarbeiten erforderlich, so dass ich auf jeden Fall empfehle, sich den Bausatz zu kaufen und viel Geld zu sparen. Der Zusammenbau ist bebildert und beschrieben, so dass selbst ein Laie den Zusammenbau hinbekommen sollte.

Auf folgende Punkte sollte man besonders achten:

  • Der Lichtleiter (Taster) sollte mit dem "Hubbel" nach rechts eingesetzt werden
  • Ob die Platine richtig auf der Stiftleiste Sitz sieht man daran, dass die Löcher in der Platine "gefüllt" sind.
  • Entgegen der Anleitung war die Druckausgleichmembran bereits installiert (anthrazit, so dass ich das erst nicht gesehen habe)
  • Den Kabelmantel für die Stromversorgung kann man ca. 10 cm entfernen, so dass man eine kleine Schlaufe für die Anschlüsse legen kann
  • Das Festschrauben der beiden Gehäusehälften funktioniert nur, wenn man den beiligenden Torx S6 Schlüssel verwendet, da die Schrauben sehr tief im Gehäuse liegen. Es ist sinnvoll darauf zu achten, dass die Hälften wirklich dicht aufeinanderliegen, bis man mit dem Festschrauben aufhört.
  • Da ich ein 0,75 mm² Kabel verwendet habe, war der Manteldurchmesser zu klein für die M16 Durchführung. Ich habe das Kabel daher mit Isolierband "aufgedickt" und danach mit der M16 Mutter festgezogen.

Stromversorgung

Ich habe mich für eine Gleichspannungsversorgung entschieden. ELV bietet für das Gerät als Zubehör entsprechende Trafos für LED-Leuchten an.

https://de.elv.com/goobay-20-w-led-netzteil-superflach-12-v-dc-111470

https://de.elv.com/05-12-w-unterputz-led-netzteil-12-v-dc-114774

Die Dinger sind natürlich nur für den Inneneinsatz gedacht, d.h. am besten werden diese z.B. in der Garage in einem Gehäuse installiert und das Kabel dann zum Sensor nach außen geführt.

Ich habe mich für eine andere Lösung entschieden und ein 12V Hutschienennetzteil gewählt, da ich noch Platz in einem Verteilerkasten für den Garten hatte.

https://www.amazon.de/Hutschienen-Netzteil-MeanWell-HDR-15-12-DIN-Rail/dp/B06XWSYRCF/ref=sr_1_1?dchild=1&keywords=hdr%2B15-12&qid=1630150206&sr=8-1&th=1

Wichtig ist, dass man im Spannungsbereich von 10 - 19V Gleichspannung bleibt, die Amperezahl ist eigentlich egal.

Als Kabel verwende ich ein NYM 2* 0,7 mm² Stromkabel aus dem Baumarkt. Es gibt  sicher noch speziellere UV-beständige und extra für den Außeneinsatz vorgesehene Typen, aber ich hatte gerade kein anderes Kabel verfügbar. Vom Sensor geht nun 1 Meter Kabel zu einer Verteilerdose und von dort erst zur Stromversogung. Damit könnte ich ohne großen Aufwand den Sensor inkl. dem 1 Meter Anschlusskabel einfach austauschen.

Beim Anschließen des Kabels im Regensensor-Gehäuse wird für Gleichstrom die erste Anschlussklemme an PLUS und die dritte Anschlussklemme an MINUS angeschlossen. Analog wird die andere Seite mit dem Plus und den Minuspol des Netzteils verbunden.

Inbetriebnahme

Der Regensensor wurde von mir mit dem beigefügten 45 Grad Winkel am Mast der Wetterstation mit den Kabelbindern installiert.

Die Inbetriebnahme erfolgt wie  jedes andere HMIP Gerät in der CCU. Zu den wichtigen Geräte-Parametern gehören

  • die Zeitspanne ohne Regen, nach der vom Sensor 'Trocken' gemeldet wird.
  • Zeitspanne zwischen den einzelnen Messungen
    (Regenerkennungsintervall)
  • Sensorempfindlichkeit

Mit den vorgegebenen Standardwerten habe ich bisher sehr gute Erfahrungen gesammelt, die Regenerkennung arbeitet hoch präzise. Über den Gerätestatus kann ich ebenfalls sehen, ob die Heizung gerade eingeschaltet ist. Nach den bisherigen Erkenntnissen funktioniert dies sehr effizient. Interessant wird das jetzt im nebligen Herbst sowie in den Phasen mit Frost. Möglicherweise gibt es dann noch ein paar Anpssungen.